Edelsteine und Licht

Der Farbeindruck eines Edelsteins hängt von einer bemerkenswerten Anzahl von Einflussfaktoren ab. Es gibt die Natur der Lichtquelle, die Farben der Umgebung und Hintergrund und dann natürlich die ethnische Herkunft des Menschen, der den Stein trägt. Hinzu kommt, dass das Auge des Betrachters mit seiner individuellen Farbwahrnehmung und seinem Alter, ebenso wie seine eigenen besonderen traditionellen ästhetischen Empfindungen, eine Rolle spielen.

Von Manfred Eickhorst, Artikel zuerst veröffentlicht auf der ICA-Website www.gemstone.org.

Dieser Farbeindruck, der bei dem Edelsteinliebhaber entsteht, der so unterschiedlich zu verschiedenen  Tages- und in Jahreszeiten sein kann, verleiht dem Edelstein auch einen bestimmten Reiz in unserer Wahrnehmung.

Vergleich mit den anderen farbigen "Edelsteinen" der Natur hilft uns, diese Wechselwirkungen zu verstehen; Zum Beispiel die Blume in unserem Garten, deren Farbe am Morgen uns ganz anders erscheinen kann als ihre Farbe am Nachmittag oder Abend. Sie sind eine Freude für unsere Augen mit der Vielfalt ihrer Farbe im natürlichen Tageslicht, aber auch bei der Verwendung als Dekoration im künstlichen Licht. Im Blumenladen, wenn sie arrangiert und präsentiert werden, sind wir oft verblüfft von der dramatischen Schönheit ihrer Farben, wie wir es von einem Schauspieler auf der Bühne kennen. Niemand würde diese Bühne, wie ein Büro beleuchten. Was den Betrachter beeindruckt, ist ein gutes, akzentuiertes Licht, das das Beste in dem Objekt hervorbringt.

Dies gilt für die Welt der Edelsteine in ähnlicher Weise. Wir schätzen ihre Schönheit nicht, bis sie, wie die Schauspieler auf der Bühne, in einer Reihe von sorgfältig eingestelltem Licht, wie LEDs, Halogenen oder Vollspektrum-Leuchtstofflampen, erfasst werden. Das ist das Geheimnis der Faszination für Diamanten. Seine extrem hohe Brechung bedeutet, dass er auch dann aufleuchtet, wenn es nur sehr wenig einfallendes Licht gibt, obwohl es gesagt werden muss, dass die Wahrnehmung seiner Farbe schwieriger ist und durch seinen Schliff und insbesondere seiner Größe beeinflusst wird.

Farbige Edelsteine hingegen haben eine geringere Brechung, aber da sie typischerweise größer als Diamanten sind, führt ihre Farbpräsenz zu einem intensiveren Eindruck. Allerdings ist der Schliff, d.h. die Flächen, durch die das einfallende Licht reflektiert und gebrochen wird, von entscheidender Bedeutung. Es öffnet unsere Augen zum Farbuniversum der Edelsteine. Der Schliff ist ein Fenster zu der Vielfalt dieser Farben, die über das gesamte Spektrum des Regenbogens laufen; Farben, die in ihrem Ursprung in dem ungeschliffenen Stein verborgen liegen.

Der Eindruck eines farbigen Edelsteins und seine Wahrnehmung für den Betrachter wird durch eine Reihe von einzigartigen Farbattributen beeinflusst: Farbton, Helligkeit (Ton/Wert) und Sättigung der Farbe (Chroma/Intensität) sowie Dichroismus und Dispersion.

Zusammen mit den bereits erwähnten Einflussfaktoren bestimmen diese, wie wir die Edelsteine und ihre Farben wahrnehmen. Aufgrund dieser vielen Variablen haben Edelsteine die Fähigkeit, uns immer wieder mit ihren verschiedenen Erscheinungen zu überraschen.

Profis, die in der Welt der Edelsteine arbeiten, wie die Mitglieder der ICA, sind durchaus nicht immun gegen diese Variabilität. Es sind sie, die das Edelsteinmaterial auf ihrer langen Reise begleiten, von dem Moment an, wo sie die Mine verlassen und geschliffen werden, bis zu dem Moment, wo sie Teile von Schmuck werden. Es sind ihre einzigartigen Fähigkeiten, die sicherstellen, dass der wahre Wert der Edelsteine herausgebracht wird, und wenn alles gesagt und getan wird, dass der Träger reinen Genuss von ihnen erlangen kann. Angesichts der bereits beschriebenen Vielfalt und der Seltenheit der Steine ist das eine durchaus anspruchsvolle Arbeit. Erfahrung, Integrität und ein Hintergrund, der in vielen Fällen über mehrere Generationen zurückgeht, bedeuten, dass die Welt der farbigen Edelsteine ganz anders ist als die von Diamanten oder Perlen.

So unterstützt das richtige Licht und der optimale Schliff den Stein in seiner natürlichen Schönheit, zur Freude der Person, die ihn trägt und die, die ihn bewundern.

Über den Autor:
Manfred Eickhorst erhielt sein Diplom als Physik-Ingenieur von der Hochschule für Angewandte Physik Hamburg. Er entwickelt und konstruiert spezifische Beleuchtung und Instrumente für Edelsteine, Schmuck und die Gemmologie. Seine Kompetenz im Bereich Licht und Optik wird weltweit gefordert und anerkannt. Die Artikel, die er veröffentlicht, sind bekannte Beiträge als professionelle Referenzen für die gemmologische Gemeinschaft.

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